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Weihnachten/Silvester 2018/2019 in TARIFA
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  • La Franqui
Turisarda - Camping an Board Die Fahrt nach Sardinien dauert recht lang, denn zusätzlich zu der Autobahn kommt noch die Fährüberfahrt. Ohne Stau haben wir mit dem vollgepackten Bulli 16 Stunden gebraucht. Daraus können aber leicht 20 Stunden oder mehr werden, es reicht schon ein kleiner Unfall vom dem Gotthard-Tunnel. Wer zu Beginn der Ferien fahren muss ist gut bedient wenn er sehr früh losfährt oder wie wir es gemacht haben, die Kinder einen Tag von der Schule befreit (am letzten Schultag läuft doch eh nix mehr ;-). Ein anderes Problem kommt dann wenn man im Hafen angekommen ist. Denn wenn kein Stau war und der alte Lastesel brav gespurt hat, ist man viel zu früh am Ziel angelangt! Wir sind um 15:00 Uhr im Hafen eingetrudelt, ab 18:00 Uhr konnten wir uns einchecken. An Bord durften wir erst um kurz vor acht und um 21:00 Uhr haben wir endlich abgelegt (Plan: 20:00 Uhr). Ich glaube kurz nachdem wir den Hafen verlassen hatten sind wir (vier im Bulli) sofort eingeschlafen .......

Wie man die Fahrt angeht, muss jeder für sich selbst abwägen. Wenn ich alleine oder mit einem Kumpel fahren würde, dann würde ich vorher gar nichts buchen. Dadurch hat man kein Zeitdruck und hängt auch nicht stundenlang in einem absolut öden Hafen herum. Wer doch vorher bucht, braucht aber nicht so früh loszufahren, denn die Abfahrtszeit wird bestimmt nicht unterschritten und die Prozedur am Hafen dauert nur zwei Minuten - No Risk No Fun!
Mit Familie ist das Risiko größer. Wenn man nicht bucht und in der Hauptsaison unterwegs ist sitzt immer der Gedanke im Nacken, dass die Fähre schon voll ist und man eine Nacht im Auto und einen Tag rumkriegen muss. Bei Womos kein Problem, mit dem Auto ein Albtraum...... Jedoch kann ich mir schlecht vorstellen, dass wirklich jemand zurück bleibt. Irgendwo findet sich immer ein Plätzchen, schließlich fahren ja mehrere Fähren täglich ab.

Tipp: Wer Livorno als Fährhafen wählt und viel zu früh ankommt sollte einen Abstecher nach Pisa machen. Der schiefe Turm ist schon von der Autobahn aus zu sehen!

Tipp: Vielleicht typisch deutsch ;-) aber je näher der Zeitpunkt kommt an dem man auf das Schiff fahren darf, desto nervöser wird hin und her gefahren. Es scheint geradezu das einige Leute die perfekte Pole-Position suchen um DEN Platz an Bord zu bekommen. Das ist totaler Quatsch!!! Erstens ist Urlaub - also schön relaxen! Und zweitens ist es völlig schnuppe wann man auf die Fähre fährt. Die Einweiser machen ihren Job routiniert und kümmern sich schon darum das alle zügig an und von Bord kommen. Und ob man nun an der Reling steht oder unter einem Dach oder in Nähe der Schornsteine - alles hat Vor- und Nachteile - aber nie so das es sich lohnt Hektik zu machen!

Autobahn:

Die Autobahnfahrt ist relativ gut zu bewältigen. Von Köln sind es über Frankfurt, Basel, Mailand bis Livorno rund 1150 km. Die Schweiz mit ihren langen Anstiegen stellt für leistungsschwache Surfbullis eine harte Prüfung da. Auch das letzte Stück der A15 in Italien hat seine Tücken: Brücken, Tunnel, Steigungen und Gefälle folgen rasch aufeinander. Große Stücke der A15 wurden aber seitdem neu gebaut und teilweise entschärft.

Tipp:

Nicht vergessen, für die Schweiz braucht man eine Autobahn-Vignette. Die kann man sich schon in Deutschland besorgen, entweder beim ADAC oder aus Kleinanzeigenblätter.

Die Autobahnen in Italien sind ebenfalls Mautpflichtig. Man kann direkt an der Mautstation bezahlen (Bar und Kreditkarte) oder vorher in einer ADAC-Geschäftsstelle eine Viacard kaufen.  Mit der Viacard kann man dann bei jeder Mautstation durch extra Durchgänge fahren, vorbei an den Schlangen der "Barzahler" :-)


Tipp:

An den Autobahntankstellen ist es üblich das ein Tankwart dein Fahrzeug auftankt. Eigentlich ja recht nett, jedoch sollte man beim Begin und nach dem Ende des Tankvorganges die Anzeige der Tanksäule genau betrachten. Habe ich nicht immer gemacht und einmal 60 Liter Diesel gezahlt obwohl höchstens 45 Liter getankt wurden. Wie er das gemacht hat weiß ich nicht. Ich bin vor dem bezahlen noch einmal zurück zur Tanksäule, komischerweise war die Literanzeige weg, nur der Preis stand noch dort. Das nennt man dann wohl "Lehrgeld zahlen" :-(


Turisarda - Camping an Board Fähren:

Die Auswahl an Fähren ist groß. Von der Low-Budget LKW-Fähre bis zur schneeweißen Grimaldi-Yacht ist alles vorhanden. Wer zu Hause in den Prospekten stöbert, sollte bedenken, dass in den Plänen meist nicht aufgeführt ist welches Schiff an dem gewünschten Termin eingesetzt wird. D.h. auch wenn die Reederei XY drei neue Superfähren hat, kann es sein das man ein altes Schiff für die Überfahrt bekommt.

Wer mit dem Womo fährt sollte wissen, dass es prinzipiell verboten ist während der Überfahrt am Wagen zu bleiben! Einzigste Ausnahme sind die Fähren von Lloyd-Sardegna (Turisarda). Im Bauch der Fähre und teilweise auch auf Deck sind LKW-Auflieger. Das restliche Deck wird mit Womos zugestopft. Der Service, von Toiletten bis Verpflegung tendiert gegen null, dafür ist die Überfahrt sehr preiswert und man kann im Womo schlafen. Auch nicht so toll ist es, dass die Turisarda-Fähren nicht mit Stabilisatoren ausgerüstet sind. Bei ruhigen Wetter ist das wahrscheinlich ohne Bedeutung. Auf unsere Rücktour von Sardinien hat der Wind sich noch einmal von seiner besten Seite gezeigt: 9-10 bft. schräg von vorne haben dafür gesorgt, dass wir drei Stunden später in Livorno angekommen sind. Dazu kamen noch die zwei Stunden die das Schiff später abgelegt hat, wahrscheinlich hat der Kapitän überlegt ob er fahren soll...... Das Schiff kämpfte tapfer gegen die Wellen und die gelegentliche Gischt, die über die Reling kam war wie ein Abschiedskuss vom High-Wind-Spot Porto Pollo. Irgendwann in der Nacht so es dann kurz so aus, als ob es den Kampf verliert, denn die Schräglage wechselte so flink von der einen auf die andere Seite, dass sämtliche Gegenstände im Bulli die nicht verstaut waren sich auf dem Boden wiederfanden. Meine Versuch mich einhändig anzuziehen muss komisch ausgesehen haben. Ähnlich wie das Gesicht meiner Freundin, das der Farbe ihrer neongrünen Jacke sehr nahe kam. Im nachhinein war es ein kleines Abenteuer.
Siehe auch Tom's Reisetipps

Ein schönes Video mit einigen Spots und der Verladeprozedur gibt es bei www.Sehmoment.de.