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Einige wenige Orte auf dieser Welt versprühen ein wenig Magie. Tarifa gehört dazu! Zumindest für Surfer ist die Hauptstadt des Windes ein Ort der paradiesische Zustände erhoffen lässt. Die kräftigen Winde Poniente und Levante die nahezu das ganze Jahr durch blasen, die Einflüsse des nur 14 km entfernten afrikanischen Kontinents mit einem relaxten Leben und das alles in einer grandiosen Landschaft. Alles das schafft ein Gefühl, das Fernweh aufkommen lässt und einen auch nicht loslässt wenn man wieder zurück aus dem Paradies ist - einfach magisch...! Tarifa ist die südlichste Stadt Kontinental-Europas. Bergige Landschaften auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar beschleunigen den Wind. Der bläst in der Meerenge besonders häufig, da hier die Grenze zwischen den Wettersystemen liegt. Obwohl man direkt an Tarifas kleinem Stadtstrand Playa Chica surfen kann, so meint man doch eine größere Region wenn man von Tarifa spricht. Die Surfspots verteilen sich auf rund 50 km Küste, von Algeciras bis Los Caños de Meca.
Im Sommer ist das quirlige Städtchen ein beliebter Urlaubsort. Da wir im Winter dort waren und es uns nicht gerade leer erschien, möchten wir eigentlich gar nicht wissen was zur Hochsaison los ist. Bilder im Web und Aufnahmen aus den Local-Videos zeigen turbulentes Leben unter der Sonne, fast Bacardi-Feeling .... Leute die schon öfter dort waren erzählten mir von langen Staus in den Ort zur Hochsaison..... brauch ich eher nicht ;-) Anderseits sind dann aber die Temperaturen angenehmer als Weihnachten und der Wind ist auch konstanter. Wahrscheinlich kommt es darauf an was im Vordergrund stehen soll. Nightlife und Party oder Surfen und Natur.
Entlang der Küste gibt es zahlreiche gute Stellen zum Surfen. Wer jeweils die besten Bedingungen haben möchte, der muss mobil sein. Zu deutlich sind die Unterschiede in der Windstärke wenn man ein paar Kilometer weiter fährt. Besonders bei Levante, wenn der Wind aus den Bergen kommt ist jeder Spot anders. Dasselbe gilt für die Wellen: wenn an der Düne Kabbelwasser ist kann es sein, dass man in Valdevaqueros, einpaar hundert Meter weiter schöne Wellen sieht. Wenn man sich für einen Hotelaufenthalt entschieden hat, sollte man evtl. vorab nachfragen ob die Möglichkeit besteht auch an andere Spots zu fahren. Schließlich macht es wenig Spaß bei 9 bft am Strand zu sitzen und zu wissen das es 20 km weiter 2 bft weniger sind und das bei 1a-Bedingungen. An fast keinem Spots gibt es Höhenbegrenzung für Wohnmobile und auch keine Parkgebühren (an der Düne kostet es 'nen Euro am Tag). Im Winter wird Parken in Strandnähe überwiegend toleriert. darauf verlassen sollte man sich nicht. Besonders in Tarifa Stadt wird schnell abgeschleppt - was recht teuer wird. Die Fahrten zu den Spots starten immer auf der N340 und zweigen dann ab. Egal wie lange man fährt, es wird nicht langweilig. Die hügelige Landschaft, die im Winter saftig grün erstrahlt, fasziniert immer wieder. Tarifa ist eine lebendige Stadt, die sicherlich auf ohne Tourismus bestehen würde. Anders als viele andere Urlaubsorte entlang der südeuropäischen Küste ist die Stadt nicht mit Billigläden und Ballermann-Kneipen übersät. Auf der Hauptstraße, die vom Stadttor Richtung Norden führt reiht sich ein Geschäft an das andere. Geschätzt die Hälfte davon hat nach Außen hin mit Surfen zu tun. Leider wird man enttäuscht wenn man die Läden aufsucht. Surfmaterial ist nur in wenigen Shops vorhanden und dann zu heftigen Preisen. Die meisten Surfläden bieten Mode an. Rund 17.000 Einwohner hat die Stadt, deren Ausmaße recht klein sind. Im Feierabendverkehr, wenn die Pendler aus Algeciras und Cadiz zurück in die Stadt strömen wird es ähnlich eng wie in der Kölner City. Die Parkplatzsuche gestaltet sich jeden Abend recht nervig,meist sind mehrere Runden durch die Stadt nötig um einen Platz zu finden der halbwegs seriös aussieht. Im Winter ist das vielleicht nicht so tragisch aber im Sommer ist die Wahrscheinlichkeit das sich andere für den Wageninhalt interessieren schon recht hoch. Die Altstadt mit seinen engen Gassen und unzähligen kleinen Tapas-Bars und Kneipen wird von einer alten Mauer umgeben und ist sehr urig. Die alten Gebäude sind eng aneinander gebaut. Man braucht schon ein paar Tage um sich zurecht zu finden und festzustellen das direkt um die Ecke ein kleiner Bäckerladen ist. :-) Wie erwähnt, ist Tarifa kein Ort in dem um Touristen gebuhlt wird. So geben sich die Geschäftsleute auch wenig Mühe. Auf mich hat das stets ein wenig unfreundlich gewirkt aber das liegt sicherlich auch daran das ich nur sehr wenig spanisch kann und noch weniger verstehe.... Ist Tarifa das Paradies? Wir sind von Mitte Dezember bis Anfang Januar dort gewesen und haben direkt in der Altstadt gewohnt. Erstaunt hat uns wie lebendig die Stadt ist. Da wir außerhalb der touristischen Saison Urlaub gemacht haben, meine ich damit die Einwohner Tarifas. Schwer viel es uns die Gewohnheiten der Spanier zu übernehmen das ein Abendessen vor 21 Uhr nicht üblich ist. Nach einem guten tag auf dem Wasser und zwei Bier auf der Dachterrasse habe ich um 21 Uhr nur an mein Bett gedacht. :-) Wenn etwas später der Gottesdienst in der Kirche nebenan beendet war und die Familien, natürlich inklusive der Kinder, sich in die Gassen die Gassen verteilten, dann wurde es auf in den Cafès und Bars voller. Auch an normalen Wochentagen. Wenn man in den Herbstferien durch die Strassen von Leucate und Umgebung geht - da ist nix los.
Auf der anderen Seite ist die Stadt eng und obwohl jeden Morgen gereinigt wird hat man kaum eine Chance die Hinterlassenschaften der hunde zu entkommen. Der Fährhafen nach Afrika liegt nahezu unmittelbar an der Altstadt und beschert neben skurrilen Vehikeln auch viel Verkehr und auch schon einmal fragwürdige Gestalten. Die Windausbeute war gut und das Wetter passabel Wenn man nicht ständig verinnerlicht das es Dezember ist und man in der Sonne iegt, dann entschwindet ein wenig das Besondere. im Sommer dürfte das nicht so sein. Obwohl ich zu Hause endlos Informationen über Tarifa gesammelt habe und Stunden in Google Earth verbracht habe, konnte ich mir ganz gut vorstellen wie es dort aussieht. Am Ziel angekommen sind meine Vorstellungen aber gar nicht eingetroffen, dass heißt nicht das ich enttäuscht war. Die Bilder die vorab im Kopf entstanden waren einfach falsch. Die Region beeindruckt mit einer faszinierenden Natur - aber nicht permanent. Es gibt genauso Landstriche die zu Hause genauso aussehen. Nur das zu Hause im Dezember die Weiden nicht mit blühenden Pflanzen geschmückt sind. Die Normalität erstaunte mich manchmal wenn man die N340 entlang fährt. Auf beiden Seiten Weiden. Das Meer beginnt ganz unspektakulär hinter der Weide. Keine breiten Dünengürtel und Pinienwälder schmücken erst weiter nördlich die Küste. Was ist damit sagen will? Vielleicht sollte man sich für den ersten Trip etwas weniger für jedes Detail informieren und stattdessen die Eindrücke vor Ort auf sich wirken lassen. Vier Wochen reichen dafür gar nicht aus. Wir werden bestimmt wieder kommen! |